Ufo-Bewegungen

Wenn Mythen jene Geschichten sind, die der menschliche Geist der eigenen Seele so lange erzählt, bis die Seele meint das Woher und Wohin dieses Lebens und dieser Welt verstanden zu haben – wenn überhaupt, so kann nur die Seele dieses Geheimnis wirklich verstehen –, dann sind die Theorien der neuen Ufogemeinschaften die vielleicht spannendsten Mythen der Gegenwart. Kein anderer Mythos verbindet derart genial uralte religiöse Hoffnung mit den Vorstellungen der modernen, technikfreudigen Welt. Wie seit Urzeiten ist der Himmel die der Erde überlegene Welt. Und immer noch findet die verirrte Erde zurück auf gute Wege nur dort, wo der Himmel eingreift und diese guten Wege lehrt. Nur finden die neuen Weltenretter mit technischen Geräten zu uns. Aus welcher Galaxie stammen die Retter? Diese Frage findet in den verschiedenen Ufogemeinschaften je verschiedene Antworten. Aber immer sind die Ufonen, die Wesen aus dem All, uns fast grenzenlos überlegen, und immer lieben sie die sich selbst gefährdende Menschheit.

Worin unterscheiden sich eigentliche Ufogemeinschaften von «normalen» Ufostudienzirkeln? Im Unterschied zu den hier besprochenen religiösen Ufogemeinschafen mit oft bedeutsamer, das weitere Schicksal der Erde bestimmender Botschaft interessieren sich die übrigen Ufostudienzirkel mehr für die Glaubwürdigkeit einzelner Sichtungen. In der religiösen Ufogemeinschaft interessiert weniger das Faktum der Landung, sondern die Botschaft der Ufonen.

Gemeinsam ist allen Ufogemeinschaften, dass Erich von Dänikens Theorie einer vorzeitlichen Landung höherer Kulturbringer auf unserem Planeten in veränderter Gestalt in den neuen Gemeinschaften weiterwirkt. Was bei Erich von Däniken Geschichte ist, ist hier Gegenwart und Zukunft. Gemeinsam ist überdies auch der kaum begreifbare Umstand, dass sich die Ufonen nur an sehr wenige, auserwählte sog. «Kontaktler» wenden, was diesen eine einzigartige Machtposititon verleiht. Ob diese Auserwählten nun ihre Erfahrungen mit den Ufonen, die bis zu Besuchen auf den Herkunftsplaneten der rettenden Wesen reichen, bewusst ersinnen oder unwillkürlich erschauen, die Grenze zwischen geschäftstüchtiger Fiktion und unfreiwilliger Vision lässt sich manchmal kaum ziehen, vor allem dann nicht, wenn wir die Personen kaum kennen. Die Menschen aus der nächsten Umgebung allerdings, solange sie selber noch Gläubige sind, beschreiben die «Kontaktler» als ehrliche Vermittler unfreiwilliger Erfahrungen. Als abgesprungene Ex-Mitglieder aber sprechen sie von talentierten Komödianten oder gar von hemmungslosen Scharlatanen.

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